Der weltweite Reiseverkehr wächst 2026 langsamer als erwartet. UN Tourism senkte im September die Wachstumsprognose für internationale Touristenankünfte von 3% – 4% auf 1% – 2%. Höhere Reisekosten und Störungen von Verbindungen über den Nahen Osten belasten die Nachfrage. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Zahl der Ankünfte, sondern auch, wie viel Reisende vor Ort ausgeben.
Frankreich gehört bei den Ankünften zur Weltspitze, während die Vereinigten Staaten bei den internationalen Tourismuseinnahmen führen. Hotels, Restaurants und andere Unternehmen profitieren nicht automatisch proportional zur Gästezahl.
Die nachstehende Reihenfolge ist ein redaktionelles Szenario von OPXpress für 2026, erstellt aus der letzten klar dokumentierten UN-Tourism-Rangliste für 2024, nationalen Daten für 2025 und Entwicklungen im ersten Halbjahr 2026. Sie ist weder eine offizielle UN-Prognose je Land noch ein bereits feststehendes Jahresergebnis.
Vor dem Vergleich müssen die Ankünfte richtig gezählt werden
Internationale Touristenankünfte erfassen Besuche aus dem Ausland mit Übernachtung, nicht sämtliche Flughafenpassagiere oder Grenzübertritte und auch keine individuellen Personen. Mehrfachreisen können mehrfach zählen, Tagesausflüge fallen in der Regel heraus. Länderstatistiken mit unterschiedlicher Definition lassen sich nicht ohne Weiteres vergleichen.
Der Bericht International Tourism Highlights, 2025 Edition, der 2026 erschien, enthält die UN-Tourism-Rangliste für 2024 mit Frankreich, Spanien und den USA an der Spitze. Die vollständigen Daten für 2025 sind noch nicht einheitlich vergleichbar. Der Wert für China 2024 ist eine Schätzung.
Die voraussichtlich zehn meistbesuchten Länder 2026
Die Reihenfolge ist eine OPXpress-Einschätzung, keine offizielle UN-Tourism-Rangliste 2026. Die rechte Spalte zeigt die gerundeten Ankünfte von 2024 in Millionen als historische Bezugsgröße.
| Prognoseplatz | Land | Ankünfte 2024 (Mio.) |
|---|---|---|
| 1 | Frankreich | 102 |
| 2 | Spanien | 94 |
| 3 | Vereinigte Staaten | 72 |
| 4 | Türkei | 61 |
| 5 | Italien | 58 |
| 6 | Mexiko | 45 |
| 7 | Japan | 37 |
| 8 | Vereinigtes Königreich | 42 |
| 9 | Deutschland | 38 |
| 10 | China | 36 |
Japan steigt in diesem Szenario vom neunten Rang der Basis 2024 auf Platz sieben. Das ist eine Einschätzung, keine Feststellung: 2025 meldete Japan 42,68 Millionen Einreisen gegenüber rund 36,87 Millionen 2024. Besonders die Plätze sieben bis zehn bleiben wegen uneinheitlicher britischer und chinesischer Daten offen. Auch Griechenland könnte aufrücken.
1. Frankreich – Vielfalt und gute Verkehrsverbindungen
Neben Paris locken Mittelmeerküste, Alpen, historische Städte, Gastronomie und die Bahnverbindungen zu Nachbarländern. Frankreich meldete für 2025 ungefähr 102 Millionen internationale Touristen. Die große europäische Nachfrage stützt Platz eins, auch wenn die Einnahmen pro Besuch nicht weltweit am höchsten sind.
2. Spanien – Strände, Inseln und Kulturstädte
Spanien verbindet Badeurlaub mit Barcelona, Madrid und kulturellen Angeboten. Die Statistikbehörde meldete rund 96,8 Millionen internationale Touristen 2025 nach etwa 94 Millionen 2024. Steigende Mieten, Wasserknappheit und Überfüllung setzen Wachstumsgrenzen.
3. Vereinigte Staaten – besonders hohe Einnahmen
Metropolen, Freizeitparks, Nationalparks, Geschäftsreisen und Langstreckenbesucher sorgen für hohe Ausgaben pro Reise. Die USA erzielen mehr Einnahmen als Länder mit mehr Gästen. Visa, Wechselkurse, Flugpreise und internationale Spannungen können die Nachfrage jedoch bremsen.
4. Türkei – Brücke zwischen Europa und Asien
Istanbul, antike Stätten und die Küste von Antalya bedienen Kultur- und Badeurlaub. Das internationale Flugnetz ist ein Vorteil. Energiepreise, Geopolitik und Konkurrenz am Mittelmeer schaffen Risiken. Die Türkei meldete für 2025 rund 65,2 Milliarden US-Dollar Tourismuseinkommen nach nationaler Definition, nicht direkt vergleichbar mit der UN-Reihe.
5. Italien – Kultur und hochwertige Reisen
Rom, Venedig, Florenz, Mailand und die südlichen Küsten bieten Kunst, Mode, Kulinarik und Erholung. Die starke Marke profitiert von zahlungskräftigen Gästen; Überfüllung und Infrastrukturengpässe machen höhere Ausgaben je Aufenthalt ebenso wichtig wie zusätzliche Besucher.
6. Mexiko – Nachbarländer und Karibikküste
Reisende aus den USA und Kanada besuchen Cancún, die Karibik, Mexiko-Stadt und archäologische Sehenswürdigkeiten. Für 2025 wurden etwa 47,8 Millionen ausländische Touristen mit Übernachtung gemeldet, 6,1% mehr als zuvor, sowie rund 34,99 Milliarden US-Dollar Einnahmen von internationalen Besuchern. Die häufig genannten 98,2 Millionen Besucher insgesamt enthalten auch Tagesgäste.
7. Japan – Kandidat für einen Sprung nach oben
Tokio, Osaka, Kyoto, regionale Ziele, Essen und das Bahnnetz ziehen sehr unterschiedliche Gäste an. Die nationale Tourismusorganisation zählte 2025 etwa 42,68 Millionen Besucher. Yen-Kurs, Gedränge in beliebten Städten und Flugkapazitäten bestimmen mit, ob Platz sieben erreicht wird.
8. Vereinigtes Königreich – London, Wirtschaft und Kultur
London zieht Urlauber, Studierende, Kongresse und Sportpublikum an; Schottland und weitere Regionen bieten Natur und Geschichte. Die Ausgaben je Besucher sind relativ hoch. Hotelkosten, Verkehrspreise und Folgen des Brexit bleiben Unsicherheiten. Japan ist hier nur prognostisch, nicht nachgewiesenermaßen, davor platziert.
9. Deutschland – Messen und Geschäftsverkehr
Berlin, München, Großmessen und Bahnverbindungen bringen auch außerhalb der Ferienzeit Gäste. 2025 sank die Zahl ausländischer Übernachtungen in deutschen Unterkünften leicht. Übernachtungen sind allerdings nicht identisch mit internationalen Touristenankünften.
10. China – hohe Unsicherheit
Großstädte, Landschaften, Kulturstätten und erleichterte Visa könnten die Erholung fördern. Gesamtzahlen der Grenzübertritte dürfen aber nicht mit ausländischen Übernachtungstouristen verwechselt werden. Da die UN den Wert von 2024 geschätzt hat, ist Platz zehn besonders unsicher; Griechenland könnte ihn anfechten.
Länder außerhalb der Top Ten und mögliche Verschiebungen
Wer behauptet, ein Land sei aus den offiziellen Top Ten 2025 gefallen, benötigt zunächst eine weltweit vergleichbare Liste für 2025. Die hier zugrunde liegende UN-Tourism-Liste betrifft 2024. Im Folgenden geht es daher um Länder außerhalb unseres Szenarios und um Herausforderer, nicht um amtlich bestätigte Absteiger.
Thailand – nicht in den Top Ten der Basis, mit sinkenden Gästezahlen
Thailand lag 2024 trotz rund 35,55 Millionen ausländischer Touristen knapp außerhalb der Top Ten, während für China auf Platz zehn ungefähr 36 Millionen geschätzt wurden. 2025 sank die thailändische Zahl auf 32,97 Millionen, minus 7,23%. Das belegt einen Rückgang, aber keinen amtlich festgestellten Rangverlust von 2025 auf 2026.

Der wichtige chinesische Markt schrumpfte 2025 um 33,55% auf etwa 4,47 Millionen Gäste. Medien und Branchenvertreter verweisen unter anderem auf Sicherheitsbedenken und Konkurrenz. Grenzzwischenfälle zwischen Thailand und Kambodscha im Juli 2025 führten örtlich zu Einschränkungen. Schwere Überschwemmungen um Hat Yai im November störten Verkehr und Straßen. Wie viele Reisende jedes Ereignis tatsächlich kostete, ist nicht verlässlich quantifiziert.
Die thailändische Tourismusbehörde erwartete zeitweise 30 – 34 Millionen ausländische Touristen für 2026 und wollte stärker auf Ausgaben pro Reise setzen. Lokale Überflutungen in Bangkok im September betrafen einzelne Verkehrswege; am 29. September waren die wichtigsten Tourismusgebiete laut Behörde weitgehend zugänglich. Von einer landesweiten Schließung kann keine Rede sein.
Griechenland – möglicher Aufsteiger bei abweichender Zählweise
Die griechische Zentralbank meldete nach Revision rund 43,31 Millionen einreisende Reisende 2025, plus 6,4%, und für das erste Halbjahr 2026 ein weiteres Plus von 15,4%. Inseln, Kultur, europäische Anbindungen und Schiffsverkehr erklären die Attraktivität. Die nationale Kennzahl erfasst jedoch nicht exakt die UN-Tourism-Kategorie der übernachtenden Touristen; ein Überholen von China, Deutschland oder Großbritannien ist damit nicht bewiesen.
Österreich – Unterkunftsankünfte sind keine Grenzankünfte
2025 zählte Österreich rund 48,2 Millionen Ankünfte in Beherbergungsbetrieben, einschließlich Inländern. Ausländische Gäste machten ungefähr 33,5 Millionen aus. Hotelwechsel können Mehrfachzählungen auslösen. Daraus lässt sich weder eine Top-Ten-Platzierung 2025 noch ein Ausscheiden 2026 ableiten.
Konflikte, regionale Hochwasser, Sicherheitsvertrauen, Flugstrecken, Preise, Abhängigkeiten von Herkunftsmärkten und statistische Definitionen können die Rangfolge beeinflussen. Für amtliche Aussagen zu Auf- oder Absteigern muss eine harmonisierte Datenreihe vorliegen.
Was drei Jahre internationale Tourismuseinnahmen zeigen
Die Tabelle verwendet UN-Tourism-Einnahmen 2022 – 2024 aus demselben statistischen Anhang vom November 2025, in Milliarden US-Dollar zu jeweiligen Preisen. Es sind drei einheitlich verfügbare, nicht die drei jüngsten Kalenderjahre. Die Reihenfolge folgt der Prognose der Besucherzahlen.
| Land | Einnahmen 2022 / 2023 / 2024 | Mrd. USD |
|---|---|---|
| Frankreich | 59.7 / 71.2 / 77.0 | Mrd. USD |
| Spanien | 72.9 / 92.0 / 106.5 | Mrd. USD |
| Vereinigte Staaten | 142.9 / 189.1 / 215.0 | Mrd. USD |
| Türkei | 45.8 / 50.1 / 56.3 | Mrd. USD |
| Italien | 43.7 / 55.9 / 58.7 | Mrd. USD |
| Mexiko | 28.0 / 30.7 / 33.0 | Mrd. USD |
| Japan | 9.2 / 38.6 / 54.7 | Mrd. USD |
| Vereinigtes Königreich | 68.0 / 72.0 / 82.5 | Mrd. USD |
| Deutschland | 31.9 / 37.8 / 40.1 | Mrd. USD |
| China | 13.5 / 25.0 / 39.7 | Mrd. USD |
Eine gemeinsame 2025er Spalte lässt sich bislang nicht zuverlässig ergänzen: Nationale Meldungen nutzen unterschiedliche Erhebungen, Zahlungsbilanzdefinitionen und Regeln für Tagesgäste. Die Mischung würde den Vergleich verzerren. Frankreich meldete 77,5 Milliarden Euro, die Türkei 65,2 Milliarden US-Dollar und Mexiko rund 35,0 Milliarden US-Dollar nach jeweils eigener nationaler Methodik. Diese Zahlen sind nicht dieselbe UN-Reihe und erlauben keinen direkten Vergleich pro Gast.
Kernaussage: Die Ankunftszahl misst Reichweite, die Einnahmen hängen von Aufenthaltsdauer, Ausgaben je Nacht, Reisezweck, Premiumangeboten und Statistikdefinitionen ab. Weniger Gäste können mehr wirtschaftlichen Wert erzeugen.
Welche Faktoren die Rangfolge 2026 noch verändern können
UN Tourism zählte im ersten Halbjahr 2026 weltweit ungefähr 690 Millionen internationale Ankünfte, nur 0,4% mehr als ein Jahr zuvor. Europa wuchs um 3%, Afrika um 4%, der Nahe Osten ging um 22% zurück. Flugausfälle und Energiekosten können Entscheidungen schneller verändern als Werbekampagnen.

Sinkende Treibstoffpreise und normalisierte Routen würden gut vernetzten Drehkreuzen helfen. Anhaltend hohe Flugpreise könnten regionale Reisen, kürzere Aufenthalte und Inlandsurlaub fördern. Visaregeln und Sicherheitsgefühl bleiben entscheidend.
Für Hotels und Fluggesellschaften zählen Einnahmen je Reisendem und Gewinnspannen. Mehr Gäste nützen wenig, wenn Übernachtungspreise fallen und Lohn- oder Energiekosten steigen. Überfüllte Städte sollten Gäste stärker räumlich und saisonal verteilen.
Worauf beim endgültigen Jahresergebnis zu achten ist
Frankreich und Spanien haben einen deutlichen Vorsprung, die USA dominieren bei den Einnahmen. Japan könnte aufsteigen; das Verhältnis zu Großbritannien, Deutschland, China und Griechenland bleibt offen.
Sobald ein vollständiges UN-Tourism-Jahresbild erscheint, sind Definitionen, rückwirkende Revisionen und der tatsächliche Nutzen für die lokale Wirtschaft zu prüfen. Ein höherer Rang ist nicht automatisch ein höherer Wohlstand für die Bevölkerung.



